Hinter den Kulissen von „High School Musical“

Da er zurzeit nicht gerade viele neue Bilder von Zac gibt,stelle ich halt einen Bericht aus dem FOCUS rein...

G8-geplagte deutsche Schulmädchen sind süchtig nach „High School Musical 3“, einem Pennäler-Film aus den USA, in dem es um alles geht – nur nicht ums Lernen. Im wirklichen Leben müssen sich auch Zac Efron & Co. hinter die Bücher klemmen.


Wie werden Kinder erwachsen? Auf diese schwierige Frage haben die Macher von Disney Film eine einfache Antwort: mit Tanz, Partys, Sport und Songs, dargeboten auf der Schultheater-Bühne – und mit ein paar Intrigen. Nach den TV- und DVD-Erfolgen der ersten zwei „High School Musical“-Produktionen startete am 23. Oktober der erste Kinofilm. Er zeigt die heile Disney-Welt einer Abschlussklasse an einer amerikanischen High School.

Schule ohne Büffeln

Das wäre nicht weiter schlimm, weil Kino eben Kino ist, aber in diesem von Millionen Schülern sehnsüchtig erwarteten Teenie-Spektakel geht es um ein Thema, das die Realität unserer Kinder prägt: die Schule. Da sitzen G8-geplagte Gymnasiasten stundenlang murrend über den Büchern, während im Musical auf der Leinwand von derlei Mühen (fast) nichts zu sehen ist. Die Hauptdarsteller Zac, Vanessa, Ashley und Corbin büffeln weder Mathe noch Chemie oder Latein. Auf solch eine Schule würde jedes deutsche Kind gern gehen.

Als die vier schnuckligen Stars des Tanzstreifens Anfang Oktober zu Werbezwecken mit Regisseur und Choreograf Kenny Ortega durch Europa tourten, erzählten sie von dem Spaß beim Dreh, dem Wir-Gefühl, der Freundschaft und allerlei weiteren Nettigkeiten. Die Schauspieler-Clique machte ihre Sache gut. Brav und nett – wie im Film. Tausende junger Fans säumten in Paris, Madrid, München und London den roten Teppich und kreischten um die Wette.

Singen statt lernen?

FOCUS-SCHULE wollte bei der Pressekonferenz von den Veranstaltern wissen, warum sie die Realität derart geschönt darstellten – mit einer Abschlussklasse, in der keine Minute gelernt wird. Kenny Ortegas Antwort: „Aber im Film wird doch gelernt. Vanessa liegt in einer Szene auf dem Bett und liest in einem Buch – für mindestens 25 Sekunden.“

Immerhin! Das wird unsere Kinder beruhigen. Dann erscheint dem Mann, der schon „Dirty Dancing“ ins Kino brachte, seine eigene Antwort doch ein wenig lapidar, und er fügt hinzu: „Alle Schüler, die mitgespielt haben, lernten am Set mit eigenen Lehrern und standen auch in E-Mail-Kontakt mit ihren Schulen. Sie müssen sehr wohl lernen, obwohl sie tanzen und singen. Es ist doch klar, dass man gut in der Schule sein muss!“ Mit diesem Zitat können wir Eltern unseren Kindern den Unterschied zwischen Film und Wirklichkeit nahebringen.

Einserkandidat Zac Efron

Ashley Tisdale, 23, die im Film die zickige und intrigante Sharpay spielt, gesteht, dass ihre Eltern sie „auf eine ganz normale Schule“ geschickt haben. Ihre Lieblingsfächer waren: „Englisch und kreatives Schreiben. In Mathematik war ich nicht so gut, mein schlechtestes Fach.“ Vanessa Hudgens, 19, welche die zuckersüße und hochbegabte Gabriella darstellt, wurde dagegen zu Hause von Privatlehrern unterrichtet. Zac Efron, 21, der sich als Schüler Troy zwischen einer Basketballer-Karriere und der Schauspielkunst entscheiden muss, brachte im wahren Leben immer nur Einser nach Hause. „Meine Eltern legten sehr viel Wert auf gute Noten“, erzählt er.

Den Kinofilm werden sich unsere Kinder auf jeden Fall begeistert anschauen, genau weil es eben mal nicht ums Lernen geht, sondern um das Erwachsenwerden, um Freundschaft und die erste große Liebe. Die neuen Musical-Songs werden noch monatelang aus den Kinderzimmern dröhnen – darauf müssen wir Eltern uns einstellen.

Von FOCUS-SCHULE-Chefredakteurin Gaby Miketta